Morbus Cron - ein junges Mädchen und ein Wunsch

In meiner Geschichte habe ich die bei mir festgestellten Behinderungen fett und kursiv sichtbar gemacht.

Ich war durch Umzüge schon in der Grundschule Außenseiterin. Durch schlechte Erfahrungen mit Klassen- und Schulkameraden habe ich zum Schluss Angst vor Gleichaltrigen gehabt .
(Teilweise sind sie in einer Gruppe auf mich losgegangen und haben zugeschlagen.) Eine Folge davon war das ich mich den Erwachsenen angeschlossen habe und nicht mehr mit anderen spielen wollte. Ca. 1 Monat nach meinen 14 Geburtstag ist mein Vater gestorben und ich hatte mich noch weiter zurückgezogen. Meine Mutter wollte das ich mal rausgehe und was unternehme doch ich habe mich vor den Computer viel wohler gefühlt.
Während einer Ausbildung in einer Gärtnerei ist es dann erneut zu Mobbing gekommen. Wenn man nicht schnell genug gelaufen ist hat man einen Tritt im Hintern angedroht bekommen. ( Die andere Auszubildende ist getreten worden oder sie hat einen der Rollkontainer in die Ferse gefahren bekommen.) Wenn irgendetwas verkehrt eingepackt gewesen ist wurde es auf die Auszubildeten geschoben. Wenn man aufs WC wollte hieß es: Warte gefälligst bis zur Pause oder bis zum Feierabend. Am Anfang vom 2. Lehrjahr fingen dann die Gelenkschmerzen und Hautentzündungen an. ( Ich weiß mittlerweile das beides Begleiterscheinungen von Morbus Cron sind. Das bei mir erst letztes Jahr im Juni festgestellt wurde.) Damals dachte ich nur das die Hautentzündung durch Allergien verursacht wurden: und richtig bei mir wurde eine Allergie gegen Roggen und Gräser festgestellt. Die Gelenkschmerzen wurden auf eine Überlastung geschoben. Ich konnte zwar aus gesundheitlichen Gründen dann von jetzt auf gleich kündigen - doch hatte ich mein Vertrauen in andere Menschen in dieser Gärtnerei komplett verloren. (ca. im Mai 2001) [Meine Hausärztin meinte als ich sie dieses Jahr darauf angesprochen habe es sei eine Sozialphobie.]
Dann habe ich vor ca. 2 Jahren Freunde kennen gelernt die bei fremden Personen auch vorsichtig sind. Durch ihre Hilfe habe ich es mittlerweile geschafft das ich nicht mehr panisch auf alle Menschen reagiere. Ich würde zwar immer noch am liebsten mich "verkrümeln" wenn es in Bussen, Bahnen, Cafes usw. zu voll ist aber man merkt es mir nicht mehr an.

Es gibt noch eine andere Ausnahme: die Hunde von meinen Freundinnen oder Bekannten. Sobald ich mit denen zusammen bin merkt man mir die Angst auch nicht an.

In einen anderen Forum, dass Personen eingerichtet hatten die ebenfalls Morbus Cron haben, habe ich gelesen dass ein paar keinen Sinn mehr in ihren Leben sehen. Als das Mobbing besonders schlimm war erging es mir genauso. Was mir damals geholfen hatte war ein Wunsch, der sich noch nicht erfühlt hatte / hat.

Ich hätte sooo gerne einen eigenen Hund (mittelgroß mit Schutzinstinkt).

Es gibt da nur ein paar Probleme:
Durch den Abbruch der Lehre konnte ich mir bis jetzt keine eigene Wohnung leisten. Und meine Mutter hat eine Allergie gegen Hundehaare. Und eine Wohnungssuche ist schon ohne Hund schwer genug.
Ich beziehe Arbeitslosengeld 2 und damit komme ich im Monat grade so aus. Leider fehlt mir das Geld für Futter, Tierarzt, Steuer und Versicherung.

Wenn ich Arbeit als Informations- und Telekommunikationssystemelektronikerin finden sollte (Ich bin immer noch Arbeit suchend gemeldet seit meiner Umschulung 2002 - 2004.) was wird dann aus den Hund. Mitnehmen erlauben die wenigsten Chefs, mehr als 6 Stunden jeden Tag zu Hause lassen empfinde ich als Tierquälerei - der Hund möchte doch sein "Rudel" um sich haben.

Also wird sich der Wunsch wohl auch in näherer Zukunft leider nicht erfüllen. Und in den Frankfurter Tierheim Hunde ausführen kann ich leider auch nicht. Denn die verlangen einen Sachkundenachweis und den kann ich nicht machen da keiner der Hunde so gut auf mich hört.

Viele Grüße
Martina Schlingel

Ergänzung:

Morbus Cron selbst ist zwar keine psychische Erkrankung aber bei psychischen Stress und schlechter Ernährung in Verbindung mit einer genetischen Veranlagung kann die Krankheit ausgelöst werden. Ich muss jetzt was die Ernährung angeht eine "strenge Diät" halten. Alles was blähend ist ( z.B. Paprika, Kohl) und alles wo Zucker / Süßstoff drin ist muss ich weglassen. Wenn ich selbst kochen und backen und benutze ich zum Süßen Agavendicksaft ( Kosten für 330ml = ca. 4,50 Euro). Fruktose und andere pflanzlichen Zuckerersatzstoffe gehen auch wenn ich dann von der Menge her nicht übertreibe.

Ein paar der Begleiterscheinungen der Krankheit habe ich seit mehr als 10 Jahren. Es fing an mit Hautentzündungen noch währent der Schule ( so ca. 6 - 7 Klasse) und im 2. Lehrjahr an der Gärtnerei konnte ich teilweise ein Bein überhaupt nicht mehr belasten. Die Entzündungsbakterien hatte sich an dass rechte Hüftgelenk teilweise gehängt, die Entzündung war so stark das mir teilweise schon die geringste Bewegung weh getan hatte.